Parkinson-Gedichte

Nicht allein

Ich bin ein Parki, ich kann es kaum glauben, da haust einer in mir drin, will den Verstand mir rauben.
Ich bin nicht allein, muss für immer mit ihm leben, vielleicht auch noch viel von mir ihm übergeben.

Er zeigt mir oft, was er alles kann, ist dann sehr nah an mir dran.
Na klar, er ist ja in mir drin, wie lange hat sich wehren noch einen Sinn.

Ich frage ihn ab und zu, was hast du noch mit mir vor?, doch er flüstert es mir nicht in mein Ohr.
Er behält alles für sich, hat seine eigene Strategie, hat viel Zeit, auch wenn ihn Medikamente immer wieder zwingen in die Knie.

Er nutzt seine Chancen, wenn ich mich überfordere und ihn einfach vergesse, dann gibt es einen harten Kampf, wo ich meine Kräfte mit ihm messe.
Sehr oft schickt er mich zu Boden, mit nicht ganz sauberen Methoden.

Ich höre in meinem Inneren sein hämisches Lachen, ihn sagen, das werden wir jetzt öfter machen.
Ich weiß ja, ich bin nicht allein, wer hat es mir geschickt, dieses Parki-Schwein.

Die Antwort wird mir keiner geben, es ist passiert, ich habe diese Krankheit eben.
Doch ich bin mit meinem Problem nicht allein, der Parki greift bei vielen Menschen in deren Gesundheit ein.

Auch wenn wir in unseren Lebensbereichen eingeschränkt sind, so können viele Parkis noch selbständig Dinge tun, auch wenn es klappt wie bei einem kleinen Kind.
Wir schaffen es zusammen mit unserer Familie und im Parkinson-Verein, denn gemeinsam sind wir stark,

wir sind nicht allein!

 

von Ulrich J. Gerhards, Mai 2012